Tag 1: Ein Taxi im Walde

> Montag 09:30 > Ein Königreich für ein Taxi

Vom Zirpen der Grillen der sanften Umarmung der Träume entrissen begann ein neuer Tag im „Wunderland“.
Eine Fahrt mit dem Sky Train, eine Besichtigung des MBK Shoppingcenters, so wie ein Kinonachmittag im obersten Stock des MBK, all dies sollte der neu Tag bringen.
Der Sky Train selbst hatte große Ähnlichkeit mit europäischen U-Bahnen. Wären der Fahrt gewann man jedoch, durch die erhöhte Lage der Schienen, bei einem Blick aus dem Fenster, einen flüchtigen Eindruck der Stadt Bangkok.

Bangkok Skytrain

Das MBK sollte sich eigentlich in Unmittelbarer nähe der Station befinden. Bloß, nach einer gefühlten viertel Stunde trat es immer noch nicht zu Tage. So schien es Sinnvoll einen Passant nach dem Weg zu fragen. Leider gab es dabei ein kleines Problem. Die Straße war Menschen leer. Also blieb nichts anderes übrig, als fürs erste weiter zu gehen. Schließlich, mit einem Einheimischen Kontakt hergestellt, wurde die Sache keines wegs einfacher. Die Sprachbarehre erschwerte eine vernünftige Kommunikation erheblich.
Erst als ein weiterer Thai, möglicherweise ein Taxifahrer, aus seinem Auto ausstieg und seine Hilfe anbot, schien eine Verständigung möglich und die Reise konnte fortgesetzt werden. Allerdings in falscher Richtung. Dies war dem Taxifahrer natürlich sofort klar, und so bestand er nun darauf, mit seinem Auto hinzufahren. Nach anfänglichem zögern, und wiederholter Aufforderung des Mannes in sein Auto zu steigen, wurde schließlich sein Angebot angenommen.
Wie sich zeigte lag das MBK eine Parallelstraße weiter. Der Sky Train war offenbar eine Station zu früh verlassen worden. Am Zielort kam dann die bis tief ins Mark erschütternde Offenbarung. Auf die Frage, wie viel der Mann für seine mühen bekomme, antwortete dieser: „Nothing“ Offenbar war er gar kein Taxifahrer sondern nur ein gutmütiger Bewohner dieses Landes. So viel Freundlichkeit sollte zumindest mit 50THB belohnt werden. Doch dies lehnte jener kategorisch ab. Also blieben als möglichen Dank nur noch jede Menge „Thank you“ und vor dem Auto dann ein „Mai Kup“ mit einem Wai, bevor es schnellen Schrittes ins innere des Einkaufszentrums ging.

10:30 in Bangkok – Shopping-Mall bis zum Umfallen

Nur gut das in Bangkok die angemessene Kleidung lange Hosen vorsieht, hier in der Mall war es so Kalt, selbst ein Pullover wäre nicht unbedingt Fehl am Platz gewesen. Selbst ein Sweatshirt wäre hier schon eine wohltat. „Mai Kup“ – „Mai Kup“ – Bedeutet dies überhaupt Danke? „Aregato“ – Nein das ist Japanisch. Nun wie auch immer, hoffentlich erkennt der Fahrer den guten Willen und nimmt den Willen für das Werk.

MBK Shopping Center Bangkok

Das Einkaufszentrum war Riesig. Der Weg von einem Ende zum anderen schien kein Ende zu nehmen. Stockwerk um Stockwerk ging es nach oben. Ein ganzes Stockwerk nur mit Schmuck. Ein anderes Stockwerk nur mit Kleidung. Ein weiteres mit Handys und anderem elektronischem Kleinkram. In diesem Kaufhaus säumte aber nicht nur ein Geschäft nach dem anderen den Weg, so wie man es in der Heimat gewohnt ist, nein hier standen in der Mitte, links und rechts vor den Geschäften noch jede Menge kleine Stände. Dies erinnerte irgend wie stark an einen Flohmarkt, oder an Basras, wie man sie aus den arabischen Ländern kennt. Völlig ausgelaugt, am ende der Kräfte, wurde schließlich der oberste Stock erreicht.

Ein wenig im Kino ausruhen würde nun gerade recht kommen. Doch leider… Nun war es aber bereits viertel nach zwölf. Der einzige Film der Infrage kam hatte bereits um 12 Uhr begonnen. Alle anderen annehmbaren Filme würden erst sehr viel später beginnen. Guter Rat war somit Teuer Nach etwa einer halben Stunde des hin und her viel die Entscheidung, alle weiteren Pläne für Bangkok entsprechend umzustrukturieren und den Kinobesuch auf den nächsten Tag zu verlegen.
Da es ja bereits nach Mittag war, und es hier im oberstes Stock auch diverse Speisemöglichkeiten gab, sollte nun, vor dem Aufbruch zurück ins Hotel, die thailändische Küche ihr können unter Beweis stellen.

Vor dem MBK gab es dann die erstaunliche Entdeckung, es hatte sogar einen direkten Zugang zum Sky Train. Dieser befand sich im ersten Stockwerk des Gebäudes. Also zurück in den Winter und hinauf zu dem Übergang der vorhin erspäht worden war. Immer 5 Minuten zu spät könnte bei der vorgesehenen Busreise nach Pattaya verehrende Konsequenzen nach sich ziehen. Aus seinen Fehlern sollte man immer auch etwas lernen. Durch den entfallenen Kinoaufenthalt stand ja ohnehin mehr als genug Zeit zur Verfügung. In diesem Sinne galt es also die öffentlichen Verkehrsmittel, auf deren Abfahrtszeiten hin auszukundschaften. Es schien jedoch sinnvoll, zuvor noch die Bootsanlegestelle aufzusuchen, um die Zeit dort hin zu Stoppen, und am morgigen Tag keine Zeit mit der Suche nach selbiger zu vergeuden. Am Zielort angelangt, informierte ein Schild in englischer Sprache darüber, dass die Boote bis 16 Uhr ihren dienst taten. Dies müsste sich eigentlich ausgehen. Somit konnte es Beruhigt dem Busbahnhof entgegen gehen. Ein vorzeitiger Ticketkauf erwies sich dort als überflüssig, wurde es doch direkt beim Buschauffeur erstanden.
Somit stand dem Rückweg nichts mehr im Wege. Aber an der Station Nana wurde der Sky Train bereits wieder verlassen, um zu Fuss zum Hotel zurückzukehren.

20:00 in Bangkok – Ein Männlein steht im Walde

Da aus dem, am Vortag geplanten, Abenteuer mit einer Freelancerin nichts wurde sollte heute Abend ein Bargirl die Gelegenheit bekommen, ihren Take-Care-Faktor zu präsentieren. Die Sonne war schon längst hinter dem Horizont verschwunden. Die Dämmerung wechselte allmählich in tiefes Schwarz.
Vom Hotel aus führte der Weg, vorbei an der Soi Cowboy, immer weiter gerade aus. Irgend wann endete schließlich die Straße in einer Sackgasse. Der Fluss musste ganz in der nähe sein. Das rauschen des Wassers war zu hören.
Dunkles Flackern blitze zwischen den Blättern hindurch und lies die Strömung erahnen. Sich aber dem ganzen zu nähern, war von hieraus leider nicht möglich.

Also war die Zeit gekommen, kehrt zu machen, um nach essbarem Ausschau zu halten. Links und rechts vom Straßenrand befand sich gelegentlich Lokale. Eines davon hatte Thailändische Spezialitäten anzubieten.
Die thailändische Küche mag zwar etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber wenn du in Rom bist, mach es wie es die Römer tun.

Ein Stück weiter Richtung Hotel fand sich danach eine Bar die durchaus einladend wirkte. In der Bar befanden sich Billardtische, und nach dem die Kellnerin das bestellte Getränk gebracht hatte, fragte sie ob denn nicht Lust auf ein Spiel bestünde. Billard war nicht unbedingt das Spiel erster Wahl, aber immer noch besser als Luftlöcher zu Staren,
und der Flüssigkeit im Glas beim verdunsten zu zu sehen. Daher wurde auch für die Lady ein Drink geordert und ein Billardtisch reserviert.

Offenbar waren die Bediensteten dieses Lokals angewiesen auch Einzelgängern die Nutzung des Unterhaltungsangebot zu ermöglichen, den auf dem Billardtisch nebenan hatte ebenfalls eine Dame den Queue in der Hand, und es hatte zumindest den Anschein, als würde auch sie zum Personal gehören. Das die Einnahmen der Billardtische die Kosten einer zusätzlichen Angestellten aufwiegen, scheint zwar im ersten Moment unrealistisch, anderseits sind die Löhne, so heißt es, in Thailand deutlich niedriger als in westlichen Ländern und guter Service hat nun mal auch so seinen Wert.

Während sich die Kugeln nun immer wieder mehr schlecht als recht über das Billardtuch verteilten, anstatt wie vorgesehen in den Lochtaschen zu landen, zeigte die süße Schnitte große Nachsicht mit ihrem untalentierten Gegenpart. Doch auch all ihr können reichte nicht weit genug um diese hoffnungslose Situation zu Gunsten ihres Kontrahenten zu wenden. Um diese Scharade schließlich zu beenden, wurde ihr ein weiterer Lady-Drink in Aussicht gestellt, solle sie gewinnen.
Dies half. Sie gab sich zwar immer noch mühe ihr wahres können zu verbergen, aber ihr Spiel hatte sich nun merklich verbessert und allmählich wurden die Kugeln auf dem Tisch weniger. Am Ende bekam die glückliche Gewinnerin natürlich das wohlverdiente Getränk.Ein weiteres Spiel war erfreulicherweise nicht mehr möglich,
da bereits andere Gäste Interesse an einem Billardtisch angemeldet hatten. Da dies zwei Freunde waren, die sich gegeneinander im Duell messen wollten, hatte die Spielgefährtin von eben, Zeit ihren Drink zu genießen,
und beschloss kurzer Hand, dabei dem edlen Spender Gesellschaft zu leisten.
Vermutlich lag es an der Gesellschaft der Kellnerin oder dieses Etablissement war keine dieser sogenannten Beer-Bars, auf jeden Fall zeigte sich keine dieser vielgepriesenen Bargirls.
Daher wurde dieser Ort, nach dem die Gläser geleert waren, so verlassen wie er betreten worden war, nämlich alleine.

Das Bedürfnis nach einem weiterem Getränk, erneut auf gut Glück, tendierte gegen Null. Darum wurde nun der Heimweg angetreten. Viellicht würde es ja dann Morgen mit einer A-GoGo besser klappen. Vor dem Einschlafen kam der Gedanke, möglicherweise war ja diese Billardspielerin eine von diesen Bargirls. Manchmal sieht man eben einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht. Aber warum hat sie dann Getränke serviert?
Nun, wie auch immer, jetzt war es ohnehin zu spät für diese Eingebung.

Hier gehts weiter im Reisebericht:

Das Abenteuer beginntweiter zu Tag 0
Ein Taxi im Waldeweiter zu Tag 1
Was passiert, wenn’s passiertweiter zu Tag 2
Schlaflos in Bangkokweiter zu Tag 3
A kind of a funny thingweiter zu Tag 4
Wenn eine Tür sich schließt, …weiter zu Tag 5
Hot In The Cityweiter zu Tag 6
Sonnez les matinesweiter zu Tag 7
Was du heute kannst besorgen, …weiter zu Tag 8
Einmal trifft’s jedenweiter zu Tag 9
Good Bye Darlingweiter zu Tag 10

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Axam berichtet in seinem Thailand Newbie Reisebericht über seine Erlebnisse und ersten Erfahrungen im gelobten Land.

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