Tag 10: Good Bye Darling

> Mittwoch, 8.30 Uhr in Pattaya > Alles Gute geht einmal zu Ende

Am nächsten Morgen ging es ihr schon wieder besser, sie hatte nur noch leichte Halsschmerzen. Doch dies konnte sie erst recht nicht von den morgendlichen „Turnübungen“ abhalten. Und dann wurde die Zeit langsam auch schon Knapp. Das Taxi war für 10 Uhr bestellt, und jetzt mussten erst noch die Koffer gepackt werden. Nu half mit so gut es ging und legte die Wäsche fachgerecht zusammen, damit im Rucksack genug platz dafür hatte.

Als alles vorbereitet war, nutzte Nu die kurze Verschnaufpause für ein kurzes gebet. Sie kniete auf dem Bett, mit blick auf die Wand. Ihre Hände waren gefaltet und berührten ihre Stirn. Zwischen den Händen lag ein Zettel mit thailändischen Schriftzeichen In dieser Haltung verbeugte sie sich wiederholt.

Danach war der Zeitpunkt des Aufbruchs gekommen. Ein kurzer Rundblick ob auch nichts vergessen worden war,
und dann konnte es eigentlich losgehen. Doch zuvor wollte Nu noch die E-Mail-Adresse um in Kontakt bleiben zu können, und reichte dafür Stift und Papier. Nachdem die E-Mail-Adresse darauf notiert war, Wurde der Zettel dann in zwei Teile gerissen, damit auch sie ihre E-Mail-Adresse aufschreiben konnte, und ihre Mails später nicht dem Spamordner zum Opfer fielen.

Bei dieser Bitte viel sie aus allen wolken, und war ganz entsezt. Nun ist das leben aber nunmal ein geben und nehmen, und nach dem sie sich wieder gefangen hatte, gab sie ihre E-Mail-Adresse doch weiter.

Beim Taxi angekommen wollte sie unbedingt zum Flughafen mitfahren. Während der Taxifahrt schmiegte sich Nu an ihren Falang und schlief ein, und kurz darauf schliefen dann beide.

Am Flughafen war es eine wohltat Nu dabei zuhaben, um die Wartezeit zu verkürzen. Nach dem Mittagessen war die Zeit des Abschieds leider endgültig gekommen. Der Flieger wartet nicht. Es blieb also nur noch ihr gute Besserung zu wünschen, und ihr das Geld für den Rückfahrt zu geben, bevor es unwiderruflich durch den Check in ging, und sie sich schließlich alleine am Flughafen Bangkok wieder fand.

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22:00 Uhr – Epilog

Stapfend durch den frischen Schnee, ging es zu dem Bus mit dem Fahrziel Bahnhof.
Der Bus war nahezu menschenleer, während er über die in Dunkelheit gehüllten Straßen bretterte. Allmählich gesellten sich immer mehr Fahrgäste zu den Mitreisenden, und so füllte sich langsam der Passagierraum. Aber welche Sprache sprachen diese Menschen? War das wirklich deutsch? War das überhaupt das richtige Jahr? Wie seltsam fremd hier doch alles war. Am besten, nichts wie in den Zug, ab nachhause, und ausschlafen. Doch ein Mann versperrte beharrlich den Eingang zum Zugabteil. „Erst aussteigen lassen!“
Es dauerte eine Weile bis sich der tiefere Sinn seiner Worten gänzlich erschloss, und die Erkenntnis ins Bewusstsein sickerte, dass dieser Mann der Schaffner war. Zuhause wurde dann auch klar, weshalb Nu auf die Bitte, um ihre E-Mail-Adresse so entsetzt reagierte. Ihre E-Mail-Adresse stand auf einem buddhistischen Wunschamulett. Ein schlechtes Omen also für, welche Träume auch immer damit Verknüpft waren.

In den folgenden zwei, drei Monaten wurden immer wieder E-Mails mit Nu ausgetauscht. Am Ende verständigte man sich darauf, sich im nächsten Januar wiederzusehen. Danach herrschte ein gutes halbes Jahr Funkstille, und als schließlich die Zeit kam einen Flug zu buchen, kam von ihr die Nachricht sie sei jetzt schwanger, aber bevor sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr, sei ihr Thai-Freund mit einer ihrer Freundinnen durchgebrannt, und darum ginge sie nun zurück in ihr Heimatdorf, um dort ihr Kind groß zu ziehen.
Auf die Frage, ob ihr denn irgend wie geholfen werden könne, erwiderte sie, dass sie dies nur geschrieben habe, da nun, aus genanten Gründen, ein Treffen im Januar leider nicht mehr möglich sei, und damit die Reise nicht in Erwartung sie wiederzusehen, angetreten werde.

Dies sind die Ereignisse, so wie sie damals erlebt wurden. Inhaltlich wurde dabei auf kreative Freiheit verzichtet. Die geschilderten Begebenheiten kommen dem tatsächlichen Geschehen, so nahe wie möglich. Etwaige Abweichungen vom damaligen Verlauf gehen allein zu lasten kleinerer Erinnerungslücken und inzwischen vergessenen Details. Man sollte aber bedenken, die Flüssigkeit im Glas ist zwar ein Fakt, der wohl kaum jemals bestritten wird, ob das Glas aber nun immer noch halb voll ist, oder bereits halb leer, entscheidet einzig und alleine die eigene subjektive Wahrnehmung.
Von zwei Männern die Abends in einen Fastfoodladen gehen, sieht der eine nur die vollbusige Blondine, deren lange Beine bis zum Boden reichen, die in ihren High-Heels und dem viel zu kurzem Minirock gerade ihren Burger bestellt. Der andere aber hat nur Augen für die rothaarige Kassiererin, mit ihren süßen Sommersprossen, und der frechen Brille auf der niedlichen kleinen Stupsnase, wie sie ihm die ganze Zeit verstohlene Blicke zuwirft und ihn dabei keck anlächelt. Würde man nachher fragen, wie denn die heiße Braut im Fastfoodladen ausgesehen hat, man bekäme zwei völlig verschiedene Antworten.

Nun, fast 5 Jahre später, erscheinen natürlich so manche Dinge in einem gänzlich neuem Licht, und so würde sich inzwischen stellenweise auch ein völlig anderes Bild der damaligen Ereignisse zeichnen. Nichts des du trotz wurden es damals so erlebt, wie hier beschrieben, und welche Sichtweise nun die Richtige ist, lässt sich ohnehin nicht sagen. Es bleibt sogar ungewiss, ob überhaupt eine der beiden Sichtweisen die Richtige wäre.

Nachwort

So, das war’s dann leider mit den 10/11 Tagen der ersten Thailandreise. In Teil2 erfahrt ihr dann, was so alles gut 5 Jahre später bei einem 4-wöchigem Aufenthalt in Thailand geschah.

Und all jenen, denen es beim Lesen vielleicht noch nicht aufgefallen ist, in diesem Bericht „fehlt“ der Hauptcharakter. Auf die Verwendung der Worte „ich“ und „mir“ wurde gänzlich verzichtet. Auf diesen „literarischen“ Kniff wird beim nächsten Bericht (vermutlich) verzichtet. Ob ein anderer „gag“ den nächsten Bericht bereichert, wird die Zeit weisen.

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Hier gehts weiter im Reisebericht:

Das Abenteuer beginntweiter zu Tag 0
Ein Taxi im Waldeweiter zu Tag 1
Was passiert, wenn’s passiertweiter zu Tag 2
Schlaflos in Bangkokweiter zu Tag 3
A kind of a funny thingweiter zu Tag 4
Wenn eine Tür sich schließt, …weiter zu Tag 5
Hot In The Cityweiter zu Tag 6
Sonnez les matinesweiter zu Tag 7
Was du heute kannst besorgen, …weiter zu Tag 8
Einmal trifft’s jedenweiter zu Tag 9
Good Bye Darlingweiter zu Tag 10

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Axam berichtet in seinem Thailand Newbie Reisebericht über seine Erlebnisse und ersten Erfahrungen im gelobten Land.

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