Tag 3: Schlaflos in Bangkok

> Mittwoch, 10 Uhr in Bangkok > Sightseeing XXL

Erwacht aus einer traumlosen Nacht.
Aber Hallo, wenn haben wir den da? Der kleine Freund streckt gerade sein Köpfchen der Sonne entgegen, und sagte dem guten Tag ein freundliches Hallo. Das amouröse Abenteuer der Vergangene Nacht hatte jedoch auch ihren Tribut gefordert. Es war bereits 10, und heute gab es doch noch so viel zu tun. Höchste Zeit also, aufzustehen und sich auf die Socken zu machen.

Die Anlegestelle zu finden war keine große Herausforderung, nun, nach dem sie schon das dritte mal aufgesucht wurde Aber alle guten Dinge sind 3. Das Ticket wurde diesmal, wie gewünscht, ohne Wiederworte ausgefertigt. Die Route des Bootes hatte unter anderem, am oberen und unteren Ende von Chinatown eine Anlegestelle. Es gab auch eine bei Wat Arun und so wie eine beim Grand Palace beziehungsweise beim Liegenden Buddha, der genau gegenüber vom Grand Palace lag.
Um zeitlich alles unter einen Hut zu bringen, sollte das Boot, nach der Rundfahrt, am oberen ende von Chinatown verlassen werden, und am unteren Ende in Gegenrichtung wieder bestiegen werden um dann das Grand Palace und den Liegenden Buddha besichtigen zu können. Kurs auf Wat Arun war jedoch danach nur noch mit dem Taxi möglich.
Wären der Bootstour wies der Reiseleiter darauf hin, das Bangkok den längsten Namen einer Stadt habe und offerierte ein Gratisticket demjenigen, der in zu nennen vermag. Also wie war das noch gleich? Irgend etwas mit „Stadt der Engel“ kam doch darin vor? Stadt der Engel – Stadt der Engel ist das nicht L. A. Los Angeles – Verlorene Engel? Nein – lost bedeutet verloren. „Los“ ist Spanisch und bedeutet etwas anderes. Bedeutet es vielleicht sogar tatsächlich Stadt. Auch egal, ist ja ohnehin die falsche Stadt. Nun, wie auch immer. Nach einer weile Bedenkzeit meinte er, er würde sogar die Englische Übersetzung akzeptieren. Es war Hoffnungslos. Selbst wenn alle Teile beisammen wären, müssten sie erst noch in die Richtige Reihenfolge gebracht werden. Warum war dies nicht schon im Vorfeld erledigt worden. Der Gedanke den Namen Auswendig zu lernen, um damit eine Thai zu beeindrucken, war ja rechtzeitig gekommen. Und dann müsste es nicht mal ins Englische übersetzt werden. Was sollte man zwar mit einem weiterem Tagesticket am letzten Tag in Bangkok. Trotzdem wäre es reizvoll gewesen wäre, besonders jetzt da der Reiseleiter damit prallte er könne das Gratisticket bedenkenlos versprechen, denn er mache diese Bootstour nun schon seit Jahren und noch nie habe er sein Angebot einlösen müssen. Selbst unter den Thais kennen ihn nur die wenigsten. Sollte der Weg je wieder nach Bangkok führen, muss unbedingt diese Bootstour wiederholt werden, um doch noch diese Herausforderung zu bestehen.
Der Königspalast lag am ende der Rundfahrt und hier wies der Reiseleiter darauf hin, dass es heißt, die Götter selbst hätten ihn einst gesegnet. Seither müsse jeder Besucher Bangkoks der Bangkok für immer verlassen will, ihm zumindest einmal im Leben seine Aufwartung machen, oder die Götter selbst würden persönlich dafür sorgen tragen, das der Besucher irgend wann nach Bangkok zurück kehrt. Also nur gut das dies für nachher noch auf dem Programm steht.
Kreuz und Quer den Seitengassen folgend, auf der Suche nach Chinatown. Der untere Anlegesteg wurde schließlich erreicht, ohne dass sich der gesuchte Stadtteil in auffälliger Weise offenbart hätte. Aber oberflächlich Betrachtet ist auch der Unterschied von Bangkok zu einer europäischen Stadt kaum größer, als der Unterschied zwischen München und Wien. Eine der wenigen Städte die aus der Maße hervortreten ist Venedig. Zum einen natürlich Dank ihrer unzähligen Brücken und Wasserstraßen, die das ganze Stadtbild dominieren. Zum anderen, da sie, aus Diversen gründen, bislang nicht mit modernem Bauten erweitert wurde, und dadurch einen verklärten Blick auf ihren „ursprünglichen“ Charme bewahren konnte.
Da auf dem Weg zum Grand Palace ein Schild in englisch darauf hinwies, dass der Zutritt zum Liegenden Buddha nur bis 16 Uhr gestattet war, wurde dieser vorgezogen. Die Größe des Liegenden Buddha erwies sich zwar als durchaus sehenswert. Doch viel beeindruckender zeigt sich Wat Pho selbst. Also die weitläufige Tempelanlage in der sich auch das Gebäude mit dem blauen Dach befand, welches dem Liegenden Buddha als Unterschlupf diente, und ihm ein würdiges Zuhause bot. Nun war es aber wirklich Zeit den Königspalast aufzusuchen, immerhin standen für danach noch zwei weitere Punkte auf der Liste. Doch der Zugang zum Grand Palace wurde von zwei Wachen blockiert. Wie sich herausstellte war auch diese Anlage um 16 Uhr geschlossen worden. Damit war der Mythos vom Segen der Götter widerlegt, denn Thailand war zwar eine schönes Land, keine Frage, aber es gibt auf der Welt auch noch so viele andere schöne Länder, und in Thailand war man ja gerade. Der noch ungesehene Königspalast war daher kein ausreichender Grund, um eine Rückkehr zu rechtfertigen.
Ein Taxi sollte nun Kurs nach Wat Arun nehmen, aber der Fahrer weigerte sich den Wünschen seines potenziellen Fahrgasts nachzukommen. Nach einigem hin und her konnte er jedoch verdeutlichen, dass auch Wat Arun bereits geschlossen war. Nun gut mehr Zeit für Dreamworld. Doch auch diese Fahrt wollte er nicht annehmen. Er sagte dorthin würde es eine Stunde dauern, und wenn man schon dort hin fährt solle man sich dafür auch den ganzen Tag Zeit nehmen. Ein Vergnügungspark am Abend klang zwar irgend wie verlockender als Tagsüber, aber nun gut, der Taxifahrer konnte ja nun mal nicht dazu gezwungen werden, einen Fahrgast mitzunehmen. Schließlich nahm er die Lankarte an sich, und machte ein paar Kreise auf dieses unverzichtbare Utensil, das schon die ganzen letzten Tag so gute Dienste geleistet hatte, und inzwischen zu einem unentbehrlichem Begleiter geworden war. Er meinte dorthin solle man gehen, da gebe es was zu sehen. Als dank für seinen Tipp sollte der Mann nun 20THB Tip bekommen. Doch auch er lehnte das Tip ab. Somit blieb also wider mal nur einen Wai mit einem „Mai Kup“.

16 Uhr in Bangkok – Warten auf nichts

Was war nur los mit diesen Menschen? Denken die alle, es handle sich um Falschgeld? Das Internet zeichnet doch ein ganz anderes Bild dieser Menschen. Doch der einzige der bislang diesem Bild entsprach, war dieser unverschämte Laufbursche am Flughafen mit seinen 200THB für nichts. „Mai Kup“ – Wieder dieses Wort. Was dies wohl tatsächlich bedeutet? Hoffenlich nicht „Blö*e S*u“ oder etwas in der Richtung. Dies müsste allmählich mal nachgeprüft werden. Aber noch viel wichtiger – Es musste wirklich schleunigst geklärt werden, wie, – ver*ammt noch mal – die Richtige Übersetzung von „Danke“ lautet.
Da für diesen Abend nun keine weiteren Zerstörungen in Aussicht standen, war somit nun das Sirocco doch wieder eine Option. In Gedanken versunken ging es der ersten eingezeichneten Maskierung entgegen. Unterwegs fand sich ein Stand der „Endlos-Kartofelchips“ verkaufte. Diese sahen einfach zu verführerisch aus, um widerstehen zu können. Durst, geweckt durch die salzige Knabberei, machten aus dem Limonadenstand in der Ferne, eine Oase in der Wüste. Geschäftstechnisch, eigentlich ein guter Standort. Kurz nach einer salzigen Speise, werden gewiss mehre gern diesen Service in Anspruch nehmen. Doch das Internet hatte vor dieser Falle mit dem Salztrick gewarnt. Daher wurde vorerst auf Linderung des vorherrschenden Leidens verzichtet, in der Hoffnung, schon in kürze eine brauchbare Alternative anzutreffen. Ein gutes Stück weiter konnte erfrischender Orangensaft die Kehle hinabgleiten. Das Getränk hatte einen unbekannten Beigeschmack. Es war offenbar nicht nur Orangensaft. Oder es lag am Durst? Zumindest schmeckte es ausgezeichnet. Der erste Zielort war so eine Art Tempel. Links und Rechts führte eine geschwungene Treppe in das höhergelegene Innere. Unentschlossen, entschied ein Münzwurf ob es links oder rechts die Treppe hinauf ging. Nach der Besichtigung ging es die andere Treppe wieder herunter. Auf dem Weg zur zweiten Markierung, standen unzählige Menschen am Straßenrand und Warteten auf irgend etwas. Ja genau heute war ja Chinesisches Neujahrsfest. Vielsicht gab es ja eine Parade mit Chinesischen Drachen und so. Schwarze Wolken zogen nun auf und verdunkelten den Himmel. Das grelle Licht verfinsterte sich. Die warme Luft kühlte schlagartig ab. Eine düstere Stimmung kündigte Regen an. Das würde sicher noch spannend werden. Aber der Regen kam nicht, und schon nach kurzem wurde das Warten langweilig. Zum Glück kam in dem Moment der Gedanke, man könne ja auch am anderen Ende der Parade warten. Dann hätte man vorerst etwas zu tun und nach der Parade wäre man näher am Ziel. Wären es nun also weiter ging, ohne erkennbaren Grund, strömten die wartenden Menschen plötzlich auf die Straße, breiteten darauf decken aus und machten ein Picknick.
Das zweite Ziel war ebenfalls ein Tempel. Strahlend weiß und hell erleuchtet, da inzwischen die Nacht hereingebrochen war. Dies war jetzt aber genug Sightseeing für einen Tag und somit ging es mit dem Sky Train direkt zurück ins Hotel.

20 Uhr – Schlaflos nach Pattaya

Um im Sirocco speisen zu können, ist eine Reservierung notwendig. Dies war auch über das Internet möglich.
Doch zuvor sollte geklärt werden was es mit dem Straßen-Picknick auf sich hatte. Während der mehr oder weniger ergebnislosen Suche lief im Hintergrund das TV-Gerät. Nur 2 Dinge konnten eruiert werden.

Erstens hatte der König scheinbar kurzfristig die Teilnahme an irgend einer Veranstaltung abgesagt, ******************************************************************************** (Inhalt moderiert – bitte keine Mutmaßungen über das Königshaus).

Zweitens war heute gar nicht Neujahr, sondern erst morgen. Aber nun gut, die Braut von gestern Nacht hatte ja anfangs auch nicht von Neujahr gesprochen, sondern von „year last day“, was jetzt im nach hinein betrachtet eher Silvester beschreibt.

Im Fernsehen begann gerade „Alice in Wonderland“. Der Film lief doch erst vor kurzem noch im Kino. Auf englisch bestimmt eine neue Erfahrung, und auf jeden Fall günstiger als das Sirocco. Außerdem kann man sich dabei Stressfrei von den mühen des Tages erholen. Somit war der Couchabend also beschlossene Sache, es musste jetzt nur noch eine Sache geklärt werden. Was zum Teuf*l bedeutet „Mai Kup“. Und die Erlebnisse der letzten 24 Stunden
mussten auch allmählich mal schriftlich festgehalten werden, immerhin war dafür, seit dem Aufbruch in die Soi Cowboy, keine Zeit mehr gewesen.

OK, wie es aussieht gibt es kein „Mai Kup“. Die Nachforschungen ergaben, dass „Danke“ auf Thai „kòbkûn kup“ lautet. „kup“ ist eine Höflichkeitsfloskel die sich nicht übersetzen lässt, ähnlich dem japanischen „-san“.
„kup“ ist nur die Aussprache, geschrieben wird es „kráb“ also „kòbkûn kráb“ gleich danke. „Mai“ ließe sich am ehesten noch mit „nein“ übersetzen. Das ist zwar so gar nicht das wofür es verwendet wurde, aber immer noch besser als „Sch*ißkerl“.

Nach getaner Arbeit Folgte ein guter Film nach dem Anderen. Als die Müdigkeit sich allmählich breitmachte war es bereits Sinnfrei, sich jetzt noch schlafen zu legen. Schon in ein paar Stunden galt es den Bus zu besteigen. Jetzt noch zu schlaffen machte ein verschlafen mehr als wahrscheinlich. Als kurz darauf die ersten Sonnenstrahlen den Horizont berührten, und damit die Nacht zum Tag machten, lief gerade ein Film mit Ice Cub als High Scool Coach
der einem Mädchen zum Quaterback ausbildete.

Danach war genau die richtige Zeit um mit dem packen anzufangen. Im Zimmerpreis war ein „kostenloses“  Frühstück enthalten, und an diesem Tag war es erstmals möglich, dieses auch in Anspruch zu nehmen.
Beim Check-Out war dann der richtig Zeitpunkt, die Beschädigung des Wasserkochers bekanntzugeben. Wie sich in diesen Tagen gezeigt hatte, ist es keine gute Idee, Milch in einem Wasserkocher zu erhitzen. Der Schaden musste jedoch erfreulicherweise nicht beglichen werden, denn nach Rücksprache mit dem Zimmermädchen, hieß es, es sei möglich in wieder zu säubern.

Eine der Hintersten Reihen auf der Fahrerseite des Busses wurde das Zuhause der nächsten Stunden In Bangkok kam der Bus wiederholt in unregelmäßigen Abständen zum stehen. Dies war nicht allein dem Verkehr geschuldet,
es gab auch noch weitere Fahrgäste die diese Gelegenheit nutzten um zuzusteigen. Noch während der Fahrt durch Bangkok wurde ein TV-Gerät aktiviert, welches vorne beim Fahrer, mittig vom Gang, an der Decke hing. Zu sehen war eine thailändische Spielshow, die genauso gut aus Japan kommen könnte. Das Studio diente darin als Bühne für ein Improvisationstheater Unterstützt von Schauspielern, sahen sich die verkleideten Kandidaten mit allerlei skurrilen Szenen konfrontiert. Teilweise erinnerten die dargestellte Darbietung an bekannte Filmszenen,
nur um dann eine völlig verrückte Wendung zu nehmen. Zu schade das es dazu keine englische Übersetzung gab,
es war nämlich durchaus witzig mitanzusehen, wenn auch leider aus dem Kontext gerissen.
Die Show lief den Großteil der Fahrt. Danach kam noch Shark-Attack, Piranha-Attack, irgend so was, auf jeden Fall so ein B-Movie-Horrorstreifen der auf dem Wasser spielte. Ein paar Teenies die mit einem Boot aufs offen Meer fahren, um dann dort von irgend welchen Meeresbewohnern dezimiert zu werden. Glücklicherweise überbrückte der immer häufiger auftretende Sekundenschlafs, denn Großteil dieses Martyriums.
Zumindest war man nun bei der Ankunft in Pattaya frisch und ausgeruht.

Hier gehts weiter im Reisebericht:

Das Abenteuer beginntweiter zu Tag 0
Ein Taxi im Waldeweiter zu Tag 1
Was passiert, wenn’s passiertweiter zu Tag 2
Schlaflos in Bangkokweiter zu Tag 3
A kind of a funny thingweiter zu Tag 4
Wenn eine Tür sich schließt, …weiter zu Tag 5
Hot In The Cityweiter zu Tag 6
Sonnez les matinesweiter zu Tag 7
Was du heute kannst besorgen, …weiter zu Tag 8
Einmal trifft’s jedenweiter zu Tag 9
Good Bye Darlingweiter zu Tag 10

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Axam berichtet in seinem Thailand Newbie Reisebericht über seine Erlebnisse und ersten Erfahrungen im gelobten Land.

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